Die Checkliste auf einen Blick
- 1. Thema & Zielgruppe festlegen
- 2. Format & Name wählen
- 3. Aufnehmen, Technik selbst stellen oder Studio nutzen
- 4. Schneiden & mastern
- 5. Cover, Titel & Shownotes erstellen
- 6. Auf Spotify, Apple & YouTube veröffentlichen
- 7. Vermarkten & dranbleiben
- Realistischer Zeitplan: vier Wochen von der Idee bis zur ersten Folge
Bevor Sie anfangen: drei Fragen
Die meisten Podcasts, die nach fünf Folgen enden, scheitern nicht an der Technik, sondern an fehlender Klarheit. Beantworten Sie deshalb vor Schritt 1 drei Fragen schriftlich: Was soll der Podcast für Sie erreichen (Kunden, Bewerber, Reichweite, Positionierung)? Wie viel Zeit können Sie pro Monat verlässlich einplanen? Und wer hört zu, wenn niemand aus Ihrem Umfeld dabei ist?
Wer diese Antworten hat, trifft alle folgenden Entscheidungen schneller. Wer sie nicht hat, verliert Zeit an Namensfindung und Mikrofonvergleichen, die den Podcast nicht weiterbringen.
Schritt 1: Thema und Zielgruppe
Alles beginnt mit einer klaren Idee: Worüber sprechen Sie, und für wen? Je spitzer das Thema, desto leichter finden Sie treue Hörer. Notieren Sie zehn mögliche Folgenthemen. Wenn das leichtfällt, trägt das Thema mindestens eine Staffel.
Ein Beispiel: „Marketing" ist kein Thema, „Marketing für Handwerksbetriebe mit unter 20 Mitarbeitenden" schon. Die spitze Variante hat weniger potenzielle Hörer, aber diese Hörer finden den Podcast und bleiben. Ein Steuerberater aus Bremen, der über Nachfolge in Familienbetrieben spricht, erreicht genau die Menschen, die er als Mandanten sucht. Das Konzept dazu halten Sie auf einer Seite fest, eine Struktur dafür liegt unter Vorlage Podcast-Konzept.
Schritt 2: Format und Name
Solo, Interview oder Talkrunde? Wie lang soll eine Folge sein? Diese Entscheidungen prägen Ihren Podcast. Hilfe gibt der Guide zum Podcast-Konzept und der Artikel zur idealen Folgenlänge.
Für den Einstieg hat sich das Interviewformat mit 25 bis 40 Minuten bewährt: Der Gast bringt Inhalt und Reichweite mit, Sie müssen nicht allein 30 Minuten füllen. Beim Namen gilt: kurz, aussprechbar, mit einem Zusatz, der das Thema nennt. Prüfen Sie, ob Name und Domain frei sind, bevor Sie ein Cover gestalten lassen. Und planen Sie mit zwei Sprecherplätzen, mehr braucht ein Interviewformat nicht.
Schritt 3: Aufnehmen, hier sparen Sie am meisten
Jetzt wird es ernst, und genau hier steigen viele aus, weil sie sich erst Technik kaufen und einarbeiten müssten. Diesen Schritt können Sie komplett überspringen: In einem Studio in Bremen sind Mikrofon, Kameras, Licht und Regie vorhanden. Sie kommen, sprechen, fertig. Damit fällt die größte Einstiegshürde weg.
Konkret läuft das so: Nach einer technischen Einweisung von rund 15 Minuten startet ein Knopf die Aufnahme aller Kameras und Mikrofone, ein Knopf stoppt sie. Die Kamera schaltet automatisch auf die sprechende Person. Die Rohdateien nehmen Sie direkt mit oder bekommen sie am selben Tag per Cloud-Link. Wer während der Aufnahme jemanden an der Regie haben möchte, bucht den technischen Support für 75 € pro Stunde zzgl. MwSt. (89,25 € brutto) dazu.
Wer trotzdem selbst aufnehmen will, braucht mindestens ein dynamisches Mikrofon, einen ruhigen Raum mit Teppich und Vorhängen und eine Stunde Testaufnahme, bevor der erste Gast kommt. Was Sie am Aufnahmetag vorbereiten sollten, steht in der Aufnahme-Checkliste.
Schritt 4: Schneiden und mastern
Pausen raus, Pegel angleichen, sauberer Klang: Der Schnitt macht aus der Rohaufnahme eine professionelle Folge. Ob Sie das selbst machen oder auslagern, hängt von Zeit und Anspruch ab, die Abwägung liefert Podcast schneiden lassen oder selbst.
Als Faustregel rechnen Sie beim Selbstschnitt mit der dreifachen Folgenlänge: Eine 30-Minuten-Folge kostet rund 90 Minuten Arbeit, bei Video eher mehr. Achten Sie beim Export auf eine einheitliche Lautheit, die Plattformen orientieren sich an rund minus 16 LUFS für Podcasts, Details dazu unter Lautheit (LUFS). Wer den Schnitt auslagert, zahlt 149 € pro Folge zzgl. MwSt. (177,31 € brutto) für Video und Audio bis 60 Minuten.
Schritt 5: Cover, Titel und Shownotes
Ein klares Cover, suchstarke Titel und gute Shownotes entscheiden über Klicks und Auffindbarkeit. Eine Vorlage dafür finden Sie unter Podcast Shownotes schreiben.
Das Cover muss quadratisch sein, mindestens 1.400 mal 1.400 Pixel, besser 3.000 mal 3.000, und in Briefmarkengröße lesbar bleiben. Ein bis drei Wörter, kein Kleingedrucktes. Der Folgentitel nennt das Thema zuerst, die Nummer zuletzt. Und die Shownotes brauchen mindestens einen Absatz, der die Folge zusammenfasst, plus Kapitelmarken und Links.
Schritt 6: Veröffentlichen
Über einen Hosting-Anbieter landet Ihr Feed auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt es unter Podcast hochladen auf Spotify & Apple.
Das Prinzip: Das Hosting speichert Ihre Audiodateien und erzeugt einen RSS-Feed. Diesen Feed melden Sie einmal bei jeder Plattform an, danach erscheint jede neue Folge automatisch überall. Die Freischaltung bei Apple Podcasts kann einige Tage dauern, planen Sie das vor dem Starttermin ein. Wer das nicht selbst machen möchte, bucht die Distribution für 199 € pro Folge zzgl. MwSt. (236,81 € brutto).
Schritt 7: Vermarkten und dranbleiben
Der wichtigste Erfolgsfaktor ist Konstanz. Nutzen Sie Kurzclips für Social Media und optimieren Sie für die Suche, mehr dazu unter Reichweite erhöhen und Podcast SEO.
Starten Sie mit drei fertigen Folgen am ersten Tag, dann haben neue Hörer sofort etwas zum Weiterhören. Legen Sie einen Rhythmus fest, den Sie ein Jahr durchhalten, alle zwei Wochen ist für die meisten realistischer als wöchentlich. Und schauen Sie nach zehn Folgen auf die Zahlen: Welche Themen wurden am längsten gehört? Davon mehr.
Zeitplan: in vier Wochen zur ersten Folge
| Woche | Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Thema, Zielgruppe, Format, Name, zehn Folgenideen | Konzept auf einer Seite |
| 2 | Gäste anfragen, Fragen vorbereiten, Cover beauftragen, Hosting anlegen | Drei Termine, Cover, Feed |
| 3 | Drei Folgen im Studio aufnehmen (je 1 bis 2 Stunden) | Rohmaterial für drei Folgen |
| 4 | Schnitt, Shownotes, Feed bei Spotify, Apple und YouTube anmelden | Start mit drei Folgen |
Typische Fehler beim Start
- Monatelang Technik vergleichen: Die erste Folge wird durch ein besseres Mikrofon nicht besser, durch Übung schon.
- Mit einer Folge starten: Neue Hörer finden nichts zum Weiterhören und kommen nicht zurück.
- Keine Einwilligung der Gäste: Klären Sie vor der Aufnahme schriftlich, dass die Folge veröffentlicht werden darf.
- Zu lange Folgen: 90 Minuten ohne Struktur hört kaum jemand zu Ende.
- Nach fünf Folgen die Zahlen bewerten: Ein Podcast braucht Zeit. Urteilen Sie nach zwanzig Folgen, nicht nach fünf.
Was der Start kostet
Im Podcast Studio Bremen kostet die Stunde 75 € zzgl. MwSt. (89,25 € brutto), inklusive technischer Einweisung. Mindestbuchung ist eine Stunde, Stornierung bis 24 Stunden vor dem Termin kostenlos. Für drei Folgen zum Start reichen meist drei bis fünf Stunden. Schnitt (149 € pro Folge) und Distribution (199 € pro Folge) sind optional, jeweils zzgl. MwSt. Alle Posten stehen unter Preise, eine Beispielrechnung liefert der Podcast-Kostenrechner. Wer Konzept und Strategie begleitet haben möchte, findet das bei der Podcast-Produktion von Green Media Bremen.
Der schnellste Weg zur ersten Folge
Wenn Sie Thema und Format haben, ist der Rest schneller erledigt, als Sie denken. Buchen Sie einen Studiotermin, nehmen Sie die erste Folge auf und lassen Sie sie auf Wunsch schneiden und veröffentlichen. So steht Ihr Podcast in kürzester Zeit.
Häufige Fragen
Wie starte ich einen eigenen Podcast?
In sieben Schritten: Thema und Zielgruppe festlegen, Format und Name wählen, aufnehmen, schneiden, Cover und Shownotes erstellen, veröffentlichen und vermarkten. Die Technik-Hürde lässt sich durch ein betreutes Studio komplett überspringen.
Was ist der schwierigste Schritt beim Podcast starten?
Für die meisten ist es die Technik bei der Aufnahme. Genau dieser Schritt entfällt, wenn Sie in einem Studio aufnehmen, in dem Mikrofon, Kameras und Regie bereits vorhanden sind.
Wie lange dauert es, einen Podcast zu starten?
Wenn Thema und Format stehen, lässt sich die erste Folge an einem einzigen Studiotag aufnehmen. Mit ausgelagertem Schnitt und Distribution ist Ihr Podcast innerhalb weniger Tage online.
Mit wie vielen Folgen sollte ich starten?
Mit drei fertigen Folgen am ersten Tag. Wer nur eine Folge veröffentlicht, gibt neuen Hörern nichts zum Weiterhören, und Plattformen nehmen einen Podcast mit mehreren Folgen ernster. Drei Folgen lassen sich an einem Studiotag oder in zwei kürzeren Terminen aufnehmen, geschnitten und veröffentlicht werden sie dann im Abstand von ein bis zwei Wochen.
Was kostet es, einen Podcast zu starten?
Im Studio in Bremen kostet die Aufnahmestunde 75 € zzgl. MwSt. (89,25 € brutto), inklusive Technik und Einweisung. Für drei Startfolgen reichen meist drei bis fünf Stunden. Schnitt (149 € pro Folge) und Distribution (199 € pro Folge) sind optional, jeweils zzgl. MwSt. Hinzu kommen Hosting und Cover, beides liegt bei den meisten Anbietern im zweistelligen Bereich pro Monat beziehungsweise einmalig.
Brauche ich Video, wenn ich einen Podcast starte?
Nicht zwingend, aber es ist sinnvoll, Video von Anfang an mitzunehmen. YouTube ist eine der größten Podcast-Plattformen, und aus einer Videoaufnahme entstehen Kurzclips für Social Media. Im Studio laufen drei 4K-Kameras ohnehin mit, Sie entscheiden nach der Aufnahme, ob Sie nur Audio oder auch Video veröffentlichen.
Was muss ich rechtlich beachten, bevor ich starte?
Gäste müssen der Aufnahme und der Veröffentlichung zustimmen, am besten schriftlich vor dem Termin. Musik darf nur mit Lizenz verwendet werden, auch im Intro. Werbung und bezahlte Kooperationen sind zu kennzeichnen. Und wer Kundennamen oder interne Zahlen nennt, klärt das vorher mit den Betroffenen. Bei Unsicherheit hilft ein kurzer Blick eines Anwalts auf das Konzept.