Erklärung
Ein digitales Signal besteht aus einzelnen Abtastwerten. Zwischen zwei Werten kann die rekonstruierte Wellenform beim Abspielen höher liegen als beide Werte selbst, sogenannte Inter-Sample-Peaks. Eine Spitzenanzeige, die nur die Samples betrachtet, übersieht das. True-Peak-Messung rechnet die Wellenform zwischen den Samples hoch und zeigt die reale Spitze in dBTP an.
Relevant wird das bei der Umwandlung in MP3 oder AAC und beim Abspielen auf einfachen Geräten: Liegt die True-Peak-Spitze zu nah an der Vollaussteuerung, entstehen dort Verzerrungen, obwohl das WAV sauber aussah. Deshalb empfehlen Podcast-Plattformen und Rundfunknormen eine Grenze von minus 1 dBTP, manche sogar minus 2 dBTP. Ein True-Peak-Limiter am Ende der Kette hält diese Grenze zuverlässig ein. Zusammen mit dem Lautheitsziel in LUFS bildet True Peak die beiden Kennzahlen, die eine fertige Podcastdatei erfüllen sollte.
Beispiel aus der Praxis
Eine Folge zeigt in der Spitzenanzeige minus 0,3 dBFS, im True-Peak-Meter aber plus 0,4 dBTP. Nach dem Export als MP3 knackt es an lauten Stellen. Ein Limiter bei minus 1 dBTP löst das Problem.
Tipp
Nutzen Sie ein Messgerät mit True-Peak-Anzeige und exportieren Sie erst, wenn minus 1 dBTP und der Lautheitswert beide passen.