Erklärung
Sprache schwankt stark in der Lautstärke: Ein Satz beginnt kräftig und verliert am Ende an Energie, ein Lachen ist um ein Vielfaches lauter als ein nachdenklicher Halbsatz. Der Kompressor gleicht das aus. Überschreitet das Signal einen eingestellten Schwellenwert, den Threshold, wird es in einem festgelegten Verhältnis, der Ratio, abgeschwächt. Anschließend wird das Ganze wieder angehoben, so dass leise Stellen hörbarer werden.
Für Podcasts sind moderate Einstellungen sinnvoll: eine Ratio von etwa 2:1 bis 4:1, ein Threshold, bei dem der Kompressor bei normaler Sprache leicht und bei lauten Stellen deutlich arbeitet, und Zeiten für Attack und Release, die den Sprachrhythmus nicht zerstören. Zu viel Kompression klingt gepresst und atemlos, zu wenig lässt die Folge im Auto oder in der Bahn schwer verständlich werden. Hardware-Konsolen bieten Kompressoren bereits bei der Aufnahme, im Schnitt kommt er nach dem EQ und vor dem Limiter.
Beispiel aus der Praxis
Ein Gast wird beim Erzählen lauter und beim Nachdenken sehr leise. Nach dem Kompressor liegen beide Situationen näher beieinander, und die Folge lässt sich beim Joggen hören, ohne ständig nachzuregeln.
Tipp
Stellen Sie den Kompressor so ein, dass die Anzeige bei normaler Sprache zwei bis vier Dezibel Reduktion zeigt. Mehr braucht ein Gespräch selten.