Glossar · Technik Audio

Nierencharakteristik

Die Nierencharakteristik beschreibt ein Mikrofon, das Schall von vorn aufnimmt, seitlich abschwächt und von hinten weitgehend ausblendet.

Erklärung

Zeichnet man die Empfindlichkeit eines Mikrofons rund um die Kapsel auf, ergibt sich bei dieser Bauart eine herzähnliche Form, daher der Name Niere, englisch Cardioid. Von vorn kommt der Schall mit voller Empfindlichkeit an, seitlich wird er um einige Dezibel abgeschwächt, von hinten ist die Dämpfung am stärksten.

Für Podcasts ist die Niere die mit Abstand häufigste Richtcharakteristik. Sie fängt die Stimme der Person vor dem Mikrofon ein und blendet den Raum sowie das Gegenüber am zweiten Mikrofon weitgehend aus. Das reduziert Übersprechen und Nachhall. Engere Varianten heißen Superniere und Hyperniere; sie blenden seitlich noch stärker aus, nehmen dafür aber einen schmalen Bereich direkt von hinten wieder etwas auf. Nierenmikrofone zeigen zudem den Nahbesprechungseffekt: Je näher Sie sprechen, desto voller werden die Bässe.

Beispiel aus der Praxis

Zwei Sprecher sitzen sich mit Nierenmikrofonen gegenüber. Weil jedes Mikrofon mit der Rückseite zur anderen Person zeigt, ist auf jeder Spur überwiegend die eigene Stimme zu hören.

Tipp

Richten Sie die Vorderseite des Mikrofons genau auf Ihren Mund und die Rückseite auf die lauteste Störquelle im Raum, etwa Fenster oder Lüfter.

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