Erklärung
Bei Mikrofonen mit Richtwirkung, also Niere, Superniere oder Acht, werden tiefe Frequenzen umso stärker aufgenommen, je näher sich der Mund an der Kapsel befindet. Physikalisch liegt das am Druckgradienten, den solche Kapseln zur Richtwirkung nutzen. Kugelmikrofone kennen den Effekt nicht.
Im Radio ist dieser Effekt beabsichtigt: Die berühmte volle, warme Sprecherstimme entsteht zum großen Teil durch nahe Besprechung eines dynamischen Mikrofons. Der Nachteil ist die schwankende Klangfarbe: Wer beim Sprechen den Abstand ändert, verändert damit hörbar den Bassanteil. Bei sehr naher Besprechung kann die Stimme dumpf und wummernd werden. Viele Mikrofone haben deshalb einen schaltbaren Tiefenfilter, der den Effekt teilweise ausgleicht. Ein gleichmäßiger Sprechabstand ist die einfachste Maßnahme für einen konstanten Klang.
Beispiel aus der Praxis
Ein Moderator lehnt sich beim Nachdenken zurück und beugt sich bei wichtigen Aussagen zum Mikrofon vor. Auf der Aufnahme wechselt die Stimme zwischen dünn und voll. Ein fester Abstand von etwa einer Handbreit macht den Klang gleichmäßig.
Tipp
Nutzen Sie den Effekt bewusst: Etwas näher heran für Wärme, etwas weiter weg, wenn die Stimme dumpf klingt. Und halten Sie den Abstand dann konstant.