Erklärung
Kameras können das Bild entweder fertig mit Kontrast und Farbe aufzeichnen oder in einem logarithmischen Profil, kurz Log. Log-Material sieht auf den ersten Blick flau, grau und entsättigt aus, enthält aber mehr Informationen in Lichtern und Schatten. Diese Reserve wird im Color Grading genutzt, um Belichtung und Farben nachträglich anzupassen, ohne dass helle Fenster ausbrennen oder dunkle Ecken absaufen.
Der Preis für diese Freiheit ist Arbeit: Jedes Log-Bild muss in der Nachbearbeitung mit einer Umwandlung, oft per LUT, in einen normalen Look gebracht werden. Für Podcasts, die schnell veröffentlicht werden sollen und unter kontrolliertem Studiolicht entstehen, ist Log meist nicht nötig. Hier liefert ein sauberes Standardprofil mit korrektem Weißabgleich ein Bild, das direkt verwendbar ist. Log lohnt sich bei schwierigem Mischlicht, bei Außendrehs und wenn ein bestimmter Filmlook gewünscht ist.
Beispiel aus der Praxis
Ein Team filmt eine Folge in einem Büro mit großem Fenster im Hintergrund. Im Log-Profil bleibt die Zeichnung draußen erhalten, und im Grading werden Person und Fenster auf ein stimmiges Verhältnis gebracht.
Tipp
Wenn Sie ohne Grading veröffentlichen möchten, bleiben Sie beim Standardprofil und setzen Sie den Weißabgleich manuell. Das spart einen ganzen Arbeitsschritt.