Glossar · Technik Audio

Latenz

Latenz ist die Verzögerung zwischen dem Sprechen ins Mikrofon und dem Hören im Kopfhörer, verursacht durch Wandlung und Rechnerverarbeitung.

Erklärung

Jeder Schritt in der digitalen Kette kostet Zeit: Das Interface wandelt das Signal, der Rechner puffert es, die Software verarbeitet es, und der Weg zurück zum Kopfhörer wandelt erneut. In Summe entstehen wenige bis einige Dutzend Millisekunden Verzögerung. Ab etwa zehn Millisekunden hört sich die eigene Stimme im Kopfhörer wie ein leichtes Echo an, was das Sprechen spürbar stört.

Gegenmittel sind Direct Monitoring am Interface, das den Rechner umgeht, und eine kleine Puffergröße im Treiber. Kleine Puffer belasten den Prozessor stärker und können bei schwachen Rechnern zu Aussetzern führen; hier ist ein Kompromiss nötig. Bei Livestreams und Videokonferenzen kommt die Netzwerklatenz hinzu, die deutlich größer ist und sich nur begrenzt beeinflussen lässt. Für die Aufnahme selbst ist Latenz kein Problem, nur für das Mithören während des Sprechens.

Beispiel aus der Praxis

Ein Podcaster nimmt mit einem USB-Mikrofon auf und hört sich im Kopfhörer verzögert. Nach dem Umschalten auf den Direktmonitor-Ausgang des Mikrofons verschwindet das Echo, weil das Signal nicht mehr durch den Rechner läuft.

Tipp

Wenn Sie sich mit Verzögerung hören, aktivieren Sie zuerst Direct Monitoring am Gerät. Das löst das Problem in den meisten Fällen ohne Treibereinstellungen.

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