Erklärung
Der Gain-Regler bestimmt, wie stark der Vorverstärker das Mikrofonsignal anhebt. Zu wenig Gain ergibt eine leise Aufnahme, die später beim Anheben mit Rauschen kämpft. Zu viel Gain führt zu Clipping, also hörbaren Verzerrungen, die sich nachträglich nicht mehr entfernen lassen.
Der richtige Wert ist kein fester Zahlenwert am Regler, sondern hängt von Mikrofon, Sprechabstand und Stimme ab. Als Faustregel gilt: Sprechen Sie in normaler Lautstärke und stellen Sie den Gain so ein, dass die Pegelanzeige um minus 18 bis minus 12 dBFS liegt und bei lautem Lachen noch unter minus 6 dBFS bleibt. Gain ist nicht dasselbe wie Lautstärke am Ausgang: Ersteres beeinflusst die Aufnahme, Letzteres nur, was Sie im Kopfhörer hören. Bei mehreren Sprechern sollte jeder Kanal einzeln eingepegelt werden.
Beispiel aus der Praxis
Zwei Personen nehmen ein Gespräch auf. Die eine spricht leise, die andere laut. Statt eines gemeinsamen Gains bekommt jeder Kanal seinen eigenen Wert, so dass beide Spuren im Schnitt gleich gut nutzbar sind.
Tipp
Machen Sie vor jeder Aufnahme einen kurzen Soundcheck mit lauter Stelle, etwa einem Lachen, und lassen Sie oben noch Reserve.