Glossar · Technik Audio

Vorverstärker (Preamp)

Ein Vorverstärker hebt das sehr leise Mikrofonsignal auf Arbeitspegel an, bevor es gewandelt oder gemischt wird.

Erklärung

Ein Mikrofon liefert nur wenige Millivolt. Der Vorverstärker, englisch Preamp, verstärkt dieses Signal auf den sogenannten Line-Pegel, mit dem Interfaces, Mischpulte und Wandler arbeiten. Jeder XLR-Eingang eines Interfaces hat einen eingebauten Vorverstärker, dessen Stärke Sie mit dem Gain-Regler einstellen.

Die Qualität eines Vorverstärkers zeigt sich daran, wie viel Verstärkung er liefert, ohne selbst hörbar zu rauschen. Dynamische Mikrofone wie das SM7B brauchen besonders viel davon, weshalb günstige Interfaces hier an ihre Grenze kommen. Abhilfe schaffen externe Inline-Vorverstärker, die zwischen Mikrofon und Interface gesteckt werden, oder Mikrofone mit eingebautem Preamp wie das SM7dB. Ein guter Vorverstärker ist unauffällig: Er verstärkt sauber, färbt wenig und lässt genug Headroom für laute Passagen.

Beispiel aus der Praxis

Zwei Kolleginnen nehmen mit identischen Mikrofonen auf, aber an unterschiedlichen Interfaces. Die eine Spur rauscht deutlich, weil der Vorverstärker am Anschlag arbeitet. Ein Inline-Preamp bringt beide Spuren auf ein vergleichbares Niveau.

Tipp

Pegeln Sie den Vorverstärker so, dass Ihre normale Sprechlautstärke um minus 18 bis minus 12 dBFS liegt. Dann bleibt Reserve für lautes Lachen.

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