Erklärung
Im Rohschnitt wird aus der Aufnahme die grobe Form der Folge. Das Material wird gesichtet, der Soundcheck am Anfang und das Gespräch nach der Verabschiedung werden entfernt, misslungene Takes gestrichen und Abschnitte bei Bedarf umgestellt. Bei Multicam-Videos werden hier die Kameraspuren synchronisiert und ein erster Kamerawechsel gesetzt.
Der Rohschnitt kümmert sich nicht um Feinheiten: Ähs, Atmer, exakte Übergänge, Musik und Klangbearbeitung kommen erst im Feinschnitt. Diese Trennung macht die Arbeit schneller, weil Sie Entscheidungen über Struktur und Länge treffen, bevor Sie Zeit in Details stecken, die später vielleicht ohnehin herausfallen. Nach dem Rohschnitt steht fest, wie lang die Folge wird und ob das Material trägt. Für Auftraggeber ist der Rohschnitt der richtige Zeitpunkt für inhaltliches Feedback: Was fehlt, was soll raus, was wird umgestellt.
Beispiel aus der Praxis
Aus einer Aufnahme von 70 Minuten entsteht im Rohschnitt eine Fassung von 52 Minuten: Soundcheck und Nachgespräch sind weg, ein Themenblock wurde vorgezogen und zwei wiederholte Passagen gestrichen. Der Feinschnitt folgt am nächsten Tag.
Tipp
Hören Sie das Material einmal komplett durch und notieren Sie nur Zeitmarken für Kürzungen. Schneiden Sie erst danach, nicht beim ersten Hören.
Verwandte Begriffe
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