Erklärung
Rauschentfernung, englisch Noise Reduction, analysiert das Störgeräusch, etwa in einer Sprechpause, und rechnet dessen Frequenzanteile aus dem gesamten Material heraus. Klassische Werkzeuge arbeiten mit einem Rauschprofil, neuere mit Modellen, die Sprache von Störungen unterscheiden und auch ungleichmäßige Geräusche wie Straßenverkehr oder Hall abschwächen.
Der Erfolg hängt vom Ausgangsmaterial ab. Leises, gleichmäßiges Rauschen lässt sich fast unhörbar entfernen. Starke Störungen, die im Frequenzbereich der Stimme liegen, hinterlassen Artefakte: Die Stimme klingt wie unter Wasser, Zischlaute werden metallisch. Deshalb gilt: Weniger ist mehr, und die Rauschentfernung ist die Reparatur, nicht der Plan. Eine ruhige Aufnahmeumgebung, ein dynamisches Mikrofon nah am Mund und ein guter Signal-Rausch-Abstand machen sie oft überflüssig. In der Kette steht sie am Anfang, vor EQ und Kompressor.
Beispiel aus der Praxis
Eine Interviewaufnahme im Homeoffice hat ein gleichmäßiges Lüfterrauschen. Mit einem Rauschprofil aus einer zwei Sekunden langen Pause und moderater Absenkung verschwindet es, die Stimme bleibt unverändert.
Tipp
Nehmen Sie am Anfang jeder Aufnahme zehn Sekunden Stille auf. Dieses Stück ist das perfekte Rauschprofil für die spätere Bearbeitung.
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