Ohne Ablaufplan werden Podcast-Gespräche vorne zu lang und hinten zu kurz: Zwanzig Minuten Einstieg, dann bleibt für den Teil mit dem eigentlichen Nutzen keine Zeit. Der Rundown legt vorher fest, wie viele Minuten jeder Block bekommt und wer ihn eröffnet. Im Studio, wo die Stunde gebucht ist, ist das auch eine Frage der Kosten.
So arbeiten Sie mit der Vorlage: Übernehmen Sie die Zeitblöcke aus der Tabelle und tragen Sie in die Leerfassung ein, worum es in jedem Block geht und mit welcher Frage er beginnt. Markieren Sie einen Block als kürzbar. Drucken Sie den Plan aus und legen Sie ihn bei der Aufnahme auf den Tisch. Ein Blick auf die Uhr im Aufnahmesystem und auf den Plan genügt, um zu wissen, ob Sie im Zeitrahmen sind.
Die Minuten gelten für die fertige Folge. Bei der Aufnahme dürfen es fünf bis zehn Minuten mehr werden; Versprecher, Pausen und ein zu langer Block verschwinden im Schnitt. Nach dem Schnitt werden die Blöcke zu Kapitelmarken in den Shownotes. Das Beispiel nutzt die fiktive Folge 12 aus unserer Shownotes-Vorlage, damit Sie sehen, wie Plan und Shownotes zusammenpassen.
Ablaufplan für eine Folge von 45 Minuten
Der Ablaufplan (Rundown) teilt die Folge in Zeitblöcke. Er liegt bei der Aufnahme auf dem Tisch und hilft Host und Gast, die Zeit zu halten, ohne auf die Uhr zu starren. Die Minutenangaben sind Richtwerte für die fertige Folge; bei der Aufnahme darf es fünf bis zehn Minuten länger werden, der Rest fällt im Schnitt weg.
| Von | Bis | Dauer | Block | Inhalt | Wer spricht |
|---|---|---|---|---|---|
| 00:00 | 01:00 | 1:00 | Cold Open | Der stärkste Satz oder die spannendste Szene aus dem Gespräch, ohne Vorspann. Weckt Interesse, bevor der Name des Podcasts fällt. | Gast |
| 01:00 | 02:30 | 1:30 | Intro | Jingle (max. 10 Sekunden), Begrüßung, Name des Podcasts, Vorstellung des Gastes in zwei Sätzen, was in dieser Folge kommt. | Host |
| 02:30 | 12:00 | 9:30 | Themenblock 1: Ausgangslage | Einstiegsfragen: Was war die Situation, wie kam es dazu? Konkrete Szene statt Lebenslauf. | Host fragt, Gast erzählt |
| 12:00 | 12:30 | 0:30 | Übergang | Ein Satz, der Block 1 abschließt und Block 2 ankündigt. | Host |
| 12:30 | 23:00 | 10:30 | Themenblock 2: Der Weg | Vertiefungsfragen: Wie genau, was ist passiert, welche Entscheidungen, welche Fehler? Nachfragen. | Host und Gast |
| 23:00 | 24:00 | 1:00 | Werbeplatz oder Call-to-Action | Hinweis auf eigenes Angebot, Newsletter, Bewertung oder Sponsor. Klar abgesetzt, ein Aufruf. | Host |
| 24:00 | 34:00 | 10:00 | Themenblock 3: Ergebnisse und Zahlen | Was hat es gebracht, was kostet es, was würde der Gast heute anders machen? | Host und Gast |
| 34:00 | 34:30 | 0:30 | Übergang | Ankündigung des letzten Blocks: „Zum Schluss wird es praktisch.“ | Host |
| 34:30 | 41:00 | 6:30 | Themenblock 4: Praxis | Konkrete Schritte für das Publikum, Werkzeuge, Tipps, Schnellfragerunde. | Gast, Host hält kurz |
| 41:00 | 43:30 | 2:30 | Schlussfragen | Zwei angekündigte Schlussfragen: der eine Gedanke zum Mitnehmen, wo man den Gast findet. | Host fragt, Gast antwortet |
| 43:30 | 45:00 | 1:30 | Outro | Dank an den Gast, Call-to-Action, Ausblick auf die nächste Folge, Hinweis auf Shownotes und Impressum, Jingle. | Host |
Summe: 45:00 Minuten. Vier Themenblöcke von 6 bis 11 Minuten, dazwischen Übergänge von 30 Sekunden, ein Werbeplatz in der Mitte, Cold Open und Outro als Klammer.
So nutzen Sie den Ablaufplan
- Tragen Sie zu jedem Block in Stichworten ein, worum es geht und welche Frage den Block eröffnet.
- Markieren Sie einen Block als „kürzbar“, falls die Zeit knapp wird. Meist ist das Block 3 oder 4.
- Legen Sie fest, wer den Übergang spricht. Übergänge sind Sache des Hosts.
- Notieren Sie den Satz für den Werbeplatz oder Call-to-Action wörtlich, damit er nicht vergessen wird.
- Drucken Sie den Plan aus und legen Sie ihn bei der Aufnahme auf den Tisch. Ein Blick genügt, um zu wissen, wo Sie stehen.
- Nach dem Schnitt übernehmen Sie die Blöcke als Kapitelmarken in die Shownotes.
Ausgefülltes Beispiel
Folge 12: Wie ein Bremer Handwerksbetrieb Azubis über Social Media findet (fiktives Beispiel, Personen und Betrieb sind erfunden).
| Start | Block | Inhalt und Eröffnungsfrage |
|---|---|---|
| 00:00 | Cold Open | Meike Brandt: „Das erste Video hat mein Azubi mit dem Handy gedreht, ich wusste nichts davon.“ |
| 01:00 | Intro | Begrüßung, Vorstellung: Meike Brandt, Sanitär- und Heizungsbetrieb in Bremen, 14 Beschäftigte, drei Azubis. |
| 02:30 | Block 1: Ausgangslage | Drei Jahre ohne Bewerbung. Was wurde probiert: Anzeigen, Messen, Schule. Warum nichts kam. |
| 12:00 | Übergang | „Und dann kam das Handyvideo. Was ist danach passiert?“ |
| 12:30 | Block 2: Der Weg | Erstes Video, Reaktion im Team, welche Inhalte liefen, welche nicht, Aufwand pro Woche. |
| 23:00 | CTA | Hinweis auf die Ausbildungsseite und die Frage-Mailadresse für Folge 14. |
| 24:00 | Block 3: Ergebnisse | Elf Bewerbungen in sechs Wochen, wie sie ankamen, was das kostete, was Meike heute anders macht. |
| 34:00 | Übergang | „Zum Schluss wird es praktisch: fünf Schritte für Betriebe, die morgen anfangen.“ |
| 34:30 | Block 4: Praxis | Fünf Schritte, Werkzeuge, wer im Betrieb welche Rolle übernimmt. |
| 41:00 | Schlussfragen | Der eine Gedanke; wo man Meike und den Betrieb findet. |
| 43:30 | Outro | Dank, Aufruf zum Abonnieren, Ausblick auf Folge 13, Shownotes, Impressum, Jingle. |
Kürzbar, falls die Zeit knapp wird: Block 3 auf 7 Minuten. Werbeplatz-Satz wörtlich: „Wenn Sie selbst Azubis suchen: Die Ausbildungsseite des Betriebs steht in den Shownotes. Und schicken Sie uns Ihre Frage für Folge 14.“
Leerfassung zum Ausfüllen
Podcast: ___________ Folge Nr.: ___________ Titel: _______________________________
Host: ___________ Gast: ___________ Aufnahmedatum: ___________
| Von | Bis | Block | Inhalt und Eröffnungsfrage | Wer | Kürzbar? |
|---|---|---|---|---|---|
| 00:00 | 01:00 | Cold Open | ___________ | ___________ | ___________ |
| 01:00 | 02:30 | Intro | ___________ | ___________ | ___________ |
| 02:30 | 12:00 | Themenblock 1 | ___________ | ___________ | ___________ |
| 12:00 | 12:30 | Übergang | ___________ | ___________ | ___________ |
| 12:30 | 23:00 | Themenblock 2 | ___________ | ___________ | ___________ |
| 23:00 | 24:00 | Werbeplatz / CTA | ___________ | ___________ | ___________ |
| 24:00 | 34:00 | Themenblock 3 | ___________ | ___________ | ___________ |
| 34:00 | 34:30 | Übergang | ___________ | ___________ | ___________ |
| 34:30 | 41:00 | Themenblock 4 | ___________ | ___________ | ___________ |
| 41:00 | 43:30 | Schlussfragen | ___________ | ___________ | ___________ |
| 43:30 | 45:00 | Outro | ___________ | ___________ | ___________ |
Satz für den Werbeplatz oder Call-to-Action (wörtlich): _______________________________
Zwei Schlussfragen: _______________________________
Ausblick auf die nächste Folge: _______________________________
Varianten für andere Längen
- 30 Minuten: drei Themenblöcke von je 7 bis 8 Minuten, ein Übergang, Werbeplatz nach Block 2, Outro 1 Minute.
- 60 Minuten: fünf Themenblöcke von je 9 bis 10 Minuten, zwei Werbeplätze (Minute 20 und 40), Schlussfragen 4 Minuten.
- Solo-Folge ohne Gast: Cold Open entfällt, Intro nennt drei Punkte, die kommen, Blöcke je 5 bis 7 Minuten, weil ohne Gegenüber die Aufmerksamkeit schneller nachlässt.
Prüfliste vor der Aufnahme
- Jeder Block hat eine Eröffnungsfrage.
- Ein Block ist als kürzbar markiert.
- Der Satz für den Werbeplatz steht wörtlich im Plan.
- Die zwei Schlussfragen sind dem Gast angekündigt.
- Der Plan liegt ausgedruckt auf dem Tisch, die Studiozeit ist gebucht (Mindestbuchung eine Stunde, für 45 Minuten Folge plus Einweisung und Probeaufnahme besser zwei).
Tipps zur Nutzung
Cold Open erst im Schnitt auswählen
Sie müssen den Cold Open nicht extra aufnehmen. Wählen Sie nach der Aufnahme den stärksten Satz des Gastes aus und setzen Sie ihn im Schnitt an den Anfang. Der Plan reserviert nur die Minute dafür.
Werbeplatz in der Mitte, nicht am Anfang
Nach etwa der Hälfte hat das Publikum Vertrauen in die Folge. Ein Aufruf zu diesem Zeitpunkt wird eher gehört als in den ersten zwei Minuten, in denen viele noch entscheiden, ob sie dranbleiben.
Einen Block als kürzbar markieren
Wenn Block 2 gut läuft, darf er länger werden. Dann muss ein anderer Block weichen, und das sollten Sie vorher entschieden haben, nicht während der Aufnahme.
Übergänge aufschreiben
Ein wörtlich notierter Übergangssatz spart bei der Aufnahme das Suchen nach Worten und gibt dem Schnitt saubere Schnittstellen zwischen den Blöcken.
Blöcke werden Kapitelmarken
Wer den Plan einhält, hat die Kapitelmarken für die Shownotes fast fertig. Nur die Zeiten aus dem Schnitt müssen noch eingetragen werden.
Studiozeit passend buchen
Eine Folge von 45 Minuten plus Einweisung, Probeaufnahme und Nachbesprechung passt beim ersten Mal selten in einen Slot von einer Stunde. Buchen Sie zwei Stunden, ab der zweiten Folge reicht meist eine.
Häufige Fragen
Muss ich die Minuten genau einhalten?
Nein, der Plan ist eine Orientierung. Fünf Minuten Abweichung je Block sind normal. Wichtig ist, dass kein Block den anderen auffrisst und der praktische Teil am Ende nicht wegfällt. Was zu lang wird, kürzen Sie im Schnitt.
Wie lang sollte eine Podcast-Folge sein?
Das hängt von der Zielgruppe ab. 30 bis 45 Minuten entsprechen einem Arbeitsweg und passen für die meisten Gesprächsformate. Die Vorlage enthält Varianten für 30 und 60 Minuten.
Brauche ich einen Werbeplatz, wenn ich keine Werbung habe?
Nutzen Sie die Minute für Ihren eigenen Call-to-Action: abonnieren, bewerten, Frage einsenden oder eine Seite besuchen. Ein Aufruf je Folge, in der Mitte, wirkt besser als drei am Ende.
Wie lange dauert die Aufnahme einer Folge von 45 Minuten im Studio?
Rechnen Sie mit der Einweisung von rund 15 Minuten (beim ersten Besuch, inklusive), einer Probeaufnahme, dem Gespräch von 45 bis 55 Minuten und ein paar Minuten für die Rohdaten. Beim ersten Mal sind das zwei Stunden, danach oft eine. Die Mindestbuchung ist ein Slot von einer Stunde zu 75 € netto (89,25 € brutto).