Kurz gesagt
Für ein Solo-Format reicht eine Kamera, für ein Gespräch zu zweit sind drei Kameras der Standard: je eine Nahaufnahme pro Person und eine Totale. Mit zwei Kameras geht es auch, dann fehlt die Totale. Im Podcast Studio Bremen sind drei 4K-Kameras fest installiert und schalten automatisch auf die sprechende Person um.
Die Antwort hängt vom Format ab. Solo-Formate kommen mit einer Kamera aus. Für ein Gespräch zu zweit haben sich drei Kameras als Standard etabliert: eine Nahaufnahme auf den Host, eine Nahaufnahme auf den Gast und eine Totale, die beide zeigt. Mit dieser Aufteilung lässt sich jeder Moment im Bild abbilden, vom Zuhören bis zur Reaktion.
Was jede Kamera leistet
Die Totale ist die Sicherheitsperspektive: Sie zeigt den Raum, beide Personen und den Studio-Look. Wer nur eine Kamera hat, nimmt diese. Die beiden Nahaufnahmen machen den Unterschied zwischen Aufzeichnung und Produktion: Der Zuschauer sieht, wer spricht, und das Bild wechselt im Rhythmus des Gesprächs. Aus den Nahaufnahmen entstehen außerdem die vertikalen Clips für Social Media, weil sich ein einzelnes Gesicht besser ins Hochformat schneiden lässt.
Zwei Kameras sind ein Kompromiss: je eine Nahaufnahme, dazu ein leichter Ausschnitt aus einer der beiden für Abwechslung. Vier oder mehr Kameras bringen selten Mehrwert, sie erhöhen vor allem den Schnittaufwand.
Der Aufwand hinter drei Kameras
Drei Kameras bedeuten drei Bildspuren, die synchronisiert und geschnitten werden müssen. Manuell dauert das bei einer Folge von 45 Minuten mehrere Stunden. Die Lösung ist ein Videomischer, der live umschaltet: Er erkennt, wer spricht, und wählt die passende Kamera. Das Programmsignal ist dann fast fertig, und die Einzelspuren bleiben für Korrekturen erhalten.
Im Podcast Studio Bremen sind drei 4K-Kameras fest installiert und mit einem ATEM Mini Pro ISO verbunden, der automatisch auf die sprechende Person umschaltet und alle Spuren einzeln speichert. Die Kameras sind ausgerichtet, das Licht ist gesetzt, Sie drücken einen Knopf. Eine Stunde kostet 75 € zzgl. MwSt. (89,25 € brutto). Wer den Bildschnitt lieber selbst kontrolliert, bekommt alle drei Spuren als Rohmaterial mit.