Frage · Aufnahme und Technik

Warum nutzen Podcast-Studios das Shure SM7B?

Kurz gesagt

Das Shure SM7B ist ein dynamisches Mikrofon mit Nierencharakteristik, das Stimmen warm und präsent abbildet und Raumhall, Nebengeräusche und Plopplaute stark unterdrückt. Es ist seit den 1970er-Jahren Standard in Radio und Broadcast. Im Podcast Studio Bremen ist die Weiterentwicklung SM7dB mit eingebautem Vorverstärker im Einsatz.

Das Shure SM7B ist das meistgenutzte Mikrofon in Podcast- und Radiostudios, und das aus praktischen Gründen: Es verzeiht viel. Als dynamisches Mikrofon mit Nierencharakteristik nimmt es vor allem auf, was direkt davor gesprochen wird, und blendet Raumhall, Tastaturklappern und den Gast am anderen Mikrofon weitgehend aus. Ein eingebauter Pop- und Windschutz fängt harte P- und B-Laute ab.

Der Klang

Das SM7B bildet Stimmen warm und voll ab, ohne zu zischen. Es hat einen ausgeprägten Nahbesprechungseffekt: Je näher man spricht, desto voller der Bass. Das ist der typische „Radio-Sound“, den viele Hörer mit professionellen Podcasts verbinden. Zwei Schalter am Gehäuse erlauben eine Bassabsenkung und eine Präsenzanhebung, sodass sich das Mikrofon an unterschiedliche Stimmen anpassen lässt.

Hinzu kommt die Robustheit. Das Mikrofon hat keine empfindliche Elektronik, hängt jahrelang am Schwenkarm und liefert jeden Tag denselben Klang. Für ein Studio, in dem täglich wechselnde Kunden aufnehmen, ist diese Verlässlichkeit wichtiger als das letzte Quäntchen Detail.

Der eine Nachteil und seine Lösung

Das SM7B hat einen sehr niedrigen Ausgangspegel und braucht viel Verstärkung, rund 60 Dezibel. Viele Audio-Interfaces schaffen das nicht sauber, dann rauscht die Aufnahme. Deshalb wurde lange ein zusätzlicher Vorverstärker dazwischengeschaltet. Shure hat das Problem mit dem SM7dB gelöst: Das ist dasselbe Mikrofon mit eingebautem, per Phantomspeisung betriebenem Vorverstärker.

Im Podcast Studio Bremen hängen an beiden Sprecherplätzen Shure SM7dB, verbunden mit dem ATEM Mini Pro ISO und auf die Studioakustik eingepegelt. Sie sprechen aus wenigen Zentimetern hinein, und die Aufnahme klingt ohne weitere Bearbeitung nach Studio. Das ist einer der Gründe, warum die Rohdateien oft schon veröffentlichungsreif sind.

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